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Pressemitteilung Neubauer Media 22.03.2018 – Facebook nach dem Datenskandal und seine Auswirkungen in Deutschland

von | Mrz 22, 2018 | Pressemitteilung | 0 Kommentare

Nur die Spitze des Eisbergs: Was bei Facebook mit Cambridge Analytica passierte, geschieht auch mit höchster Wahrscheinlichkeit in DEUTSCHLAND bereits tausendfach!

Marc Zuckerberg hat sich nun für die Datenpannen bei Facebook in Bezug auf “Cambridge Analytica” entschuldigt. Es sei unachtsam gewesen.

Glaubwürdig ist das nicht. Die Kölner Rechts- und Medienexpertin Anja M Neubauer ist der Ansicht, dass dies nur die Spitze des Eisberges ist und auch in Deutschland Millionen Daten sämtlicher Nutzer abgegriffen werden können.

“Nehmen wir diese ganzen “Spiele”, die Sie in Facebook finden, die Sie einladen zu “testen, was ihr Lebensmotto ist, wie Sie in 50 Jahren aussehen werden oder Ihre zukünftigen Kinder mit Vornamen heißen werden”. Dies sind reine “Spaßapps“. Wenn man aber genauer hinschaut, so bestätigen Sie als Nutzer – bevor Sie ein Ergebnis erhalten – eine App, die nicht nur auf Ihre Daten zugriff haben möchte, sondern auch auf die Daten Ihrer Kontakte. Das kann auch nicht “modifiziert” werden, denn sonst funktionieren diese Apps nicht und Sie erhalten keine „lustigen Bilder“, die Sie teilen können. Das ist aber exakt die Arbeitsweise der App, die auch für die angebliche “psychologische Umfrage” bei Cambridge Analytica genutzt wurde. Im Ergebnis wurde auch dort von den Nutzern verlangt, um an der Umfrage teilzunehmen, dass sie diese Freigabe erteilen – mit der Folge, dass die Daten ebenfalls deren Kontakte abgegriffen werden konnte. ” meint Neubauer.

“Hinzu kommt, dass man zwar die Nutzung der Apps auf Facebook selbst später ausschalten kann, diese Funktion ist auch nicht einmal absonderlich versteckt, jedoch sind die bereits abgegriffenen Daten dann weg und niemand weiß, was damit passiert. Auswertungen der Nutzerprofile im großen Stil kann durch die Datensammler dann erfolgen. Auch wenn die Apps nicht im eigenen Profil posten dürfen, so sind die Daten – insbesondere der Freunde – abgreifbar und können zu allen möglichen Zwecken benutzt werden. Dass damit Profiling zu Vorlieben, Interessen und natürlich auch zu politischen Ansichten möglich ist, hat der Fall von Cambridge Analytica eindrucksvoll in der praktischen Anwendung gezeigt. Gestern wurde in einer Anhörung vor dem britischen Datenausschuss genau dies auch von einem „Whistleblower“ bestätigt. Auch, dass diese Art der Datensammlung durch Facebook geduldet wurde. “

Neubauer weiter: “Zuckerberg hat nun ein Riesenproblem: Er kann nur ernsthaft Nutzerdaten und Drittdaten schützen, wenn er die Apps abschaltet. Jedoch werden alle Apps von Facebook verbannt, wird dieses Netzwerk in seiner Funktion so nicht mehr existieren können, wie es nun funktioniert. Denn auch viele andere, durchaus nützliche Funktionen, werden über Apps gesteuert.”

Abschließend sei gesagt, dass Zuckerberg sich auch in Europa nun erheblichen Bußgeldern ausgesetzt sieht. Neubauer: Die neue, ab Mai 2018 europaweit geltende DSGVO sieht Bußgelder von bis zu zu vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes beziehungsweise bis zu 20 Millionen Euro” vor. Wenn da mehrere Fälle zusammenkommen – wobei man von tausenden missbräuchlichen Apps ausgehen könnte – wäre dies sicher existenzgefährdend auch für den Internetgiganten.”

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